Deutsche Meisterschaft in Düsseldorf

Um 20Sekunden Meistertitel verfehlt

Gesine Rösner Deutsche Vize-Meisterin 2012

Düsseldorf-Schwarme. Auch in diesem Jahr wollte das Tri Team Schwarme mit einer Frauenmannschaft bei den Deutschen Triathlon- Meisterschaften in Düsseldorf am vergangenen Sonntag an den Start gehen und die tollen Ergebnisse des letzten Jahres wiederholen. Doch bereits in der Vorbereitung auf diese Saison traf es die Damen des Regionalliga- Teams, die in diesem Jahr erneut einen Aufstiegsversuch in die 2. Bundesliga unternehmen, besonders hart. Die deutschen Vize-Meisterinnen  des Vorjahres in der AK 35 und U 23 , Maike Cotterell und Maren Rösner, starteten mit erheblichen gesundheitlichen Problemen in das Jahr 2012, obendrein zog sich Gesine Rösner, die Deutsche Meisterin der AK 50 von 2011 einen Ermüdungsbruch im linken Schienbein zu, damit war für die Damen die Saison mindestens zur Hälfte bereits gelaufen. So galt beim Wettkampf in Düsseldorf das Motto „ Dabeisein ist alles“, denn große Chancen konnte man sich auf Grund der großen Konkurrenz nicht ausrechnen. Maren Rösner, die sich mittlerweile wieder im Aufbautraining befindet, verzichtete völlig auf einen Start in Düsseldorf und beschränkte ihre Teilnahme auf Beobachtung des Wettkampfes und  Unterstützung der Mannschaftkolleginnen. „Ich bin von meinem Trainingszustand noch nicht soweit, um eine Olympische Distanz in einer ordentlichen Zeit zu absolvieren, der Trainingsrückstand ist leider noch zu groß,“ meinte Rösner, die natürlich sehr gern gestartet wäre. Maike Cotterell hatte mit Achillessehnenproblemen zu kämpfen und stieg nach 1500 Metern Schwimmen und 20 km Radfahren aus dem Wettkampf aus, um keine weitere Verletzung zu riskieren. „ Der Wettkampf war für mich ein Test im Hinblick auf unseren nächsten wichtigen Regionalliga- Wettkampf in Stuhr, da möchte der Mannschaft wieder zu Verfügung stehen, daher bin ich heute kein Risiko eingegangen und habe den Wettkampf vorzeitig beendet“, so Cotterell zu ihrem verkürzten Einsatz in Düsseldorf.

Für Gesine Rösner war es der allererste Wettkampf des Jahres, sozusagen die erste Belastungserprobung nach ihrer Verletzung und dann gleich in so einem wichtigen Wettkampf. Und dieser Wettkampf hatte es in sich. Bereits seit 3.00 Uhr morgens goss es in Strömen, erst gegen 15.00 Uhr klarte es auf, die Radstrecke trocknete teilweise ab, zusätzlich hatten es die Athleten mit böigem Wind zu tun. „ Bereits im Wasser hatte ich so meine liebe Mühe“, meinte Rösner, „ im Düsseldorfer Hafenbecken herrschte Wellengang, der uns Athleten beim Schwimmen erheblich beeinträchtigte, aber auf dem Rad wurde es leider auch nicht besser.“ Nach 1500 Meter Schwimmen, die Rösner in 26:01 Minuten absolvierte, begab sich die Schwarmerin auf eine mit Kurven und Kopfsteinpflaster gespickte Radstrecke.  Zwischendurch führte der 40 km lange Radkurs noch über die Düsseldorfer Rheinbrücken, auf denen die Athleten mit ihren Zeitfahrrädern tückischen Windböen ausgesetzt waren.

„ Auch in diesem Jahr gab es wieder viele schwere Radstürze an den z.T. sehr engen Kurven, da der Asphalt an vielen Stellen noch nass war und die Athleten sehr häufig nicht mit witterungsangepasster Geschwindigkeit unterwegs waren“, kommentierte Rösner.

Nach 01:07:53 Stunden stellte Rösner ihr Rad in der Wechselzone ab, um sich  auf die 10 Kilometer lange Laufstrecke zu begeben. Hier merkte Rösner, die seit 11 Wochen kein Lauftraining mehr absolviert hatte, dass im Rahmen dieses Wettkampfes  nur „ Durchbeißen“ und „ ankommen“ oberstes Gebot sein konnte, denn spätestens ab Kilometer 4 registrierte Rösner ihren Trainingsrückstand, der gesamte Bewegungsapparat schien sich auf Grund der ungewohnten Belastung zu wehren. Dennoch absolvierte sie die Laufstrecke in achtbaren 44:28 Minuten mit der Rösner in Anbetracht der langen Laufpause zufrieden war, aber noch weit von dem entfernt von den Topp-Zeiten, die Rösner in Vorbereitung auf die Deutschen Duathlon-Meisterschaften in Oberursel im April diesen Jahres bereits gelaufen ist.

Im Gesamtklassement erlangte Rösner mit einer Zeit von 02:23:44 Stunden zur eigenen Überraschung Platz 2 in der AK 50 und wurde damit Deutsche Vize-Meisterin. „ Im Grunde bin ich mit meinem Wettkampf sehr zufrieden, ich bin heil ins Ziel gekommen, mein Bein hat die Belastung problemlos überstanden. Ich habe nicht einen ersten Platz verloren, sondern einen zweiten Platz gewonnen, „schmunzelte Rösner, „ als ich gehört habe, das ich von Maike Gudberlet aus Bad Bodenteich um sage und schreibe 20 Sekunden geschlagen wurde und damit eine Titelverteidigung äußerst knapp verpasst habe, war ich nur im erstem Moment  etwas enttäuscht, denn vor dem Wettkampf hatte ich mir kaum eine Chance ausgerechnet, einen Podestplatz zu erreichen, und meine Freude ist daher umso größer.“

Gegenwärtig bereitet sich Gesine Rösner wie alle KEB Tri Team Schwarme Ladies auf das nächste Saison-Highlight in 3 Wochen, den Silbersee-Triathlon in Stuhr vor.